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10.02.2012 | No comments yet

Mehlock ermittelt

Darf ich mich vorstellen? Man nennt mich Mehlock, einfach nur Mehlock. Nachnamen tun hier nichts zur Sache. Als Private Investigator bin ich immer zur Stelle, wenn die Cops mal wieder vor einem Rätsel stehen oder in ihrer eigenen Unfähigkeit den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.. Diesmal haben sie sogar auf Special Agent Chris und Special Agent Anja bauen müssen, um ihre eigene Verunreinigungen der Tatorte, die nicht vorhandene Ermittlungsleistung, Disorganisationsfähigkeit und weltbekannte Bürokratie, von denen bisher noch nie auch nur den kleinsten Schritt bei der Ergreifung eines Mörder geholfen hatte, jemand anderem in die Schuhe schieben zu können. Nicht dass das was Neues wäre..

Da fangen wir doch gleich mal mit dem offensichtlichsten Punkt an: Der Hobbit ist also der einzige Tatverdächtige? Und dann soll er in psychologischer Betreuung sein? Und das auch noch auf dem Revier? Was hat man euch denn da für einen Bären aufgebunden? Wenn ihr bei der Polizeistation anruft wird man euch sicherlich mitteilen, dass der Hobbit auf der Flucht ist und nie auf dem Revier ankam. Es würde mich auch nicht überraschen, wenn der Fahrer steif und fest behaupten würde, dass der Hobbit wie von Zauberei aus einem verschlossenen, fahrenden Polizeiwagen verschwunden sei. Höchstwahrscheinlich haben die Stümper von Polizisten sein Verschwinden höchstpersönlich nachprüfen müssen und dabei die Hintertür des Polizeiwagens geöffnet.. *deep sigh* Solche Anfänger! Nein nein, es lohnt sich nicht sich auf die Suche zu machen – wenn der Hobbit nicht gefunden werden will, findet ihn auch niemand. Aber mal davon abgesehen: Der Hobbit soll der Mörder sein? Das ich nicht lache! Das einzige, was er jemals in seinem Leben nicht dem Zufall überlassen hatte, war das Austricksen der Trolle – und auch dass hat nur funktioniert, da er auf deren ausgesprochene/weitbekannte Dummheit bauen konnte. Nein, der Hobbit war es ganz gewiss nicht.. – zumindest nicht so offensichtlich, wie man es hier annehmen würde. Natürlich machte er sich mit seiner Flucht nun zu dem Hauptverdächtigen – aber er hat sicherlich einen Grund warum das Untertauchen für ihn Sinn macht.

Nein, der Mord war wesentlich komplexer als dieser Halbstarke von einem Cop, der noch nicht mal den Magen hat, um den Anblick einer relativ frischen Leiche zu ertragen, uns weiss machen will. Natürlich denkt er, es muss der einzige sogenannte “Zeuge” gewesen sein. Auf diesen Schluss kann man ja nur als Cop kommen, gerade dann, wenn dieser selbst grade erst frisch aus der Polizeiakademie kommt und dessen Erfahrungswert dem einer Eintagsfliege gleicht. Mal ehrlich, auf welche Erfahrungen wird dieser Cop denn zurück greifen können, um eine solche Folgerung zu treffen? Richtig, sehr geringe bis gar keine. Oder nur aus den sog. Fallbeispielbücher, die einen doch sowieso nie auf das richtige Leben als Cop vorbereiten und dessen punktgenaue Befolgung der Regeln unseren magenschwachen Jüngling zwar zukünftig karrieremässig gelackt aussehen lassen wird, dessen Unfähigkeit hinter die Kulissen zu blicken ihm allerdings den Aufstieg in die von ihm so ehrgeizig angestrebten höheren Ränge des Polizeidienstes verwehrt bleiben lässt. Nein, die Situation hier sieht wesentlich komplizierter aus, wenn es denn wirklich Mord war – heutzutage wird ja jeder Tote gleich als ermordet dargestellt, es ist nicht mehr möglich eine andere Todesursache zu erleiden, es sei denn man ist über 65 und hat somit dem gerechten “Alterstod” verdient.

Aber wenden wir uns den Fakten zu und verschwenden nicht meine kostbare Zeit, wir werden ja schliesslich nicht vom Staat bezahlt: Das Badewasser ist eiskalt und halb ausgelaufen, was dafür spricht, dass Konsalik schon länger in der Wanne lag, höchstwahrscheinlich seit gestern Abend. Das Blut in der Wanne ist relativ wenig mit dem Badewasser vermischt, was darauf hindeutet, dass es mit kalten anstelle von warmen Wasser in Berührung kam. Wie jeder weiss hätte sich das Blut mit dem warmen Wasser schneller homogen vermischt, zumal es einige Stunden Zeit dazu gehabt hätte. Daher kann das Opfer nicht in der warmen Wanne verblutet sein. Ausserdem deuten die Blutspritzer an dem Wannenrand darauf hin, dass Konsalik in seinen letzten Minuten gegen den Blutverlust gekämpft hatte, was mit ungestümen Bewegungen verbunden gewesen sein muss, eventuell sogar mit einem Kampf gegen den Mörder, ergo: Konsalik war noch am Leben oder zumindest bei Bewusstsein, als er in der kalten Wanne aufwachte und ermordet wurde. Damit kann Ertrinken oder ein alternativer Tod als durch Verbluten bzw. der Kehlwunde ausgeschlossen werden.

Zusammenfassend müssen also 2 Sachen geschehen sein:

(1) Konsalik ist in der Wanne eingeschlafen oder bewusstlos geworden;

(2) er kam wieder zu Bewusstsein als die Halswunde zugefügt wurde, was einige Stunden nach (1) passierte;

Weiterer Fakt ist: keiner hat Konsalik’s Todeskampf gehört, von daher muss entweder die Schnittwunde tief genug gewesen sein, um die Ligamentum vocale [Anmerkung der Redaktion: Stimmbänder] zu durchtrennen oder etwas hatte seine Trachee [Anmerkung der Redaktion: Luftröhre] verengt und ihm einen grausamen, aber schweigsamen Tod beschehrt.

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